Postapokalyptische Utopien

Die Arbeitsgemeinschaft Postapokalyptische Utopien sucht nach Wegen aus krisenhaften Situationen Chancen zu entwickeln, die Weichen stellen für eine nachhaltige, stabilen Zuständen zustrebende Zukunft. Ein simples Beispiel: Das hier unten ist das Braunkohletagebauloch Schleenhain. Hier wurde seit dem Ende der 40er Jahre für die Braunkohlegewinnung Kulturlandschaften im großen Stil abgeräumt. Übrig bleibt eine karge Landschaft. Die meisten politischen und wirtschaftlichen Initiativen widmen sich der Umwandlung dieser kargen Landschaften in Seen und Naherholungsparadiese. Nur ist das wirklich eine nachhaltige Lösung? Wasser ist auf dem Land eine dunkle Fläche. Diese reflektiert die Sonnenstrahlung weniger und führt somit zu einer Erderwärmung und zur Erwärmung der Umgebung.

Der Leiter des Naturkundemuseums in Altenburg Mike Jessat beschäftigt sich seit vielen Jahren mit den Restlöchern aus den Tagebauen Mitteldeutschlands und weiss: Die Biodiversität der Sandflächen im Tagebau gibt den Arten ihren Lebensraum zurück, den wir an anderen Stellen bereits verloren haben. Dies sind zum Beispiel die Flussauen der unbegradigten Flüsse, die oft erst Ende des 19. Jahrhunderts unter den Druck von Landschaftsveränderungen kamen.

Vor den Flussbegradigungen mäandrierten die Flüsse, in der Elsteraue beispielsweise bin in die 1930er Jahre. Hier schufen Flüsse besonders junge Vegationstionsflächen wie Sanddepots, die nur für kurze Zeit einen Bewuchs zuließen. Beim nächsten Frühjahrshochwasser wurden diese Schwemmsandflächen wieder abgetragen und anderswo verteilt. Diese Sandflächen waren reich an Insektenarten, die sich nur auf hier auf Sand wohlfühlten und die mit dem Verschwinden der Flussmäander auch aus unseren Landschaften verschwanden. Diese kehren nun in die stillgelegten Tagebauflächen zurück.

Groitzscher Dreieck im Herbst 2020

Ausserdem sind offene Tagebauflächen hell und reflektieren das Sonnenlicht in hohem Maße, dass einer Erwärmung der Athmosphäre entgegensteht. Das 1990 stillgelegte Groitzscher Dreieck zum Beispiel hat bis heute eine Vielzahl heller Sandflächen, die auch 30 Jahre nach der Stilllegung des Tagebaus nicht bewachsen sind und einer Vielzahl von seltenen Tier- und Pflanzenarten eine Heimstatt sind.

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